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  Fachraumsystem                                   aktualisiert 
16.05.2007

   
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auch eine Möglichkeit:
Fachraumsystem   -  Lehrerraumprinzip

Die Lehrer haben einen festen Raum in dem sie unterrichten, die Schülerinnen und
Schüler wechseln den Raum nach (fast) jeder Unterrichtsstunde. 
Dort hat der Lehrer alle Unterrichtsmaterialien, Klassensätze mit den entsprechenden
Fachbüchern, Freiarbeitsmaterialien, Wörterbücher etc.


Als ich das erste Mal von einem Fachraumsystem / Lehrerraumprinzip hörte, war ich etwas irritiert:
man kann den Schülern doch nicht das Klassenzimmer wegnehmen, war mein erster Gedanke.

Aber bei näherem Hinsehen hat dieses Prinzip einen gewissen Charme.
Wenn ich den Stundenplan meiner Kinder anschaue, sind die Schüler doch auch jetzt ständig auf Wanderschaft.
Und es gibt anscheinend viele Vorteile für Schüler, Lehrer , Unterricht und Schulumfeld.
Es ist eine Überlegung wert.


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Mail von Frau Kemper, Lehrerin aus NRW, 12.5.2007
....
Dass es auch anders geht, zeigt das System an meiner eigenen Schule, einer Realschule in NRW.
Wir haben das sogenannte "Fachraumsystem", bei dem jeder Lehrer - soweit es räumlich irgendwie geht - seinen eigenen Raum hat, in dem er Unterrichtsmaterialien, Klassensätze mit den entsprechenden Fachbüchern, Freiarbeitsmaterialien, Wörterbücher etc. hat. Die Kinder bekommen am Anfang des Schuljahres ihre Bücher mit nach Hause, wo sie auch für den Rest des Schuljahres bleiben. Für den Unterricht gibt es ja in den Klassenräumen die Klassensätze mit den jeweils benötigten Büchern, die dann verteilt werden.
Die höheren Anschaffungskosten haben sich schon lange rentiert, da die Bücher viel länger halten. Der einzige "Wermutstropfen": Die Kinder müssen in den Pausen die Räume wechseln, was aber reibungslos klappt und den Vorteil hat, dass sie auf Grund des Zeitmangels gar nicht auf die Idee kommen, sich zu prügeln oder etwas kaputt zu machen. Die Kinder  haben durch unser System sehr leichte Schulranzen .

Man muss sich so ein System sicherlich erst einmal gründlich durch den Kopf gehen lassen, weil es etwas anders ist (nicht die Lehrer, sondern die Kinder wechseln die Räume), aber ich kann Ihnen nach mittlerweile neun Jahren Erfahrung mit dem
Fachraumsystem aus vollem Herzen nur dazu raten.


Mail vom 19.5.2007

Das ´Problem´ Klassenzimmer als Zuhause für eine Klasse ist ebenfalls sehr einfach zu lösen: Ich habe eine Klasse 5 und mein Raum ist dann auch ihr Klassenzimmer.
Es gibt sicherlich auch Probleme bei der Realisierung des Fachraumsystems, so etwa ist unsere Schule viel zu klein, so dass nicht jeder Kollege einen Fachraum haben kann. Die Klassenlehrer haben aber auf jeden Fall einen Fachraum, als Zuhause für ihre Klasse eben. Einzelne Kollegen müssen dann schon mal ´wandern´, aber der Großteil hat seinen eigenen Fachraum, was außer den leichteren Ranzen für die Kinder den Vorteil hat, dass man als Lehrer die für den Unterricht benötigten Materialien in seinem Raum lagern kann. So hat man dann auch sehr viel mehr Material zur Verfügung, als wenn man immer zusammensuchen und anschleppen muss. Auch Vertretungsstunden sind so leichter zu bewältigen, da man schnell Unterrichtsmaterialien, auch für Klassen, die man gerade nicht hat, zur Verfügung hat und die Kinder ihre Zeit nicht einfach absitzen.
Wir haben übrigens das Fachraumsystem nicht erfunden, sondern von der Fritjof-Nansen-Realschule in Gronau/NRW übernommen. Diese Schule praktiziert es schon viel länger als wir.
Um dieses System an etablierten Schulen zu starten, ist natürlich ein Anfreunden und Umdenken seitens der Schulleitung und des Kollegiums erforderlich. Ich fand den Gedanken auch zuerst sehr komisch und gewöhnungsbedürftig, aber wenn man es erst einmal begriffen hat, wie es funktioniert, kann man eigentlich nur felsenfest davon überzeugt sein. Es verlangt sicherlich anfangs viel ungewohnte Organisation, und vielleicht gibt es auch Schulen, an denen das nicht zu bewältigen ist, aber ich denke, dass es an den meisten Schulen wohl zu schaffen ist. Vorteile hat das Fachraumsystem mehr als genug.

Viele Grüße
Ruth Kemper

 

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Mails von Herrn Kammler,  Elternbeiratsvorsitzender einer Realschule in Lemgo.
(Er sammelt aktuell Infos zum Lehrerraumprinzip und möchte dieses System gerne in seiner Schule einführen)

30.3.2007
An Realschulen in NRW (Herford, Blomberg und Horn) wird bereits seit einigen Monaten das
Lehrer-Raum-Prinzip getestet (zwei Lehrer sind für einen Raum zuständig) ;  durchweg gute Erfahrungen.
Wenn für die Kinder ausreichend große Spinde für Jacke, Turnbeutel usw. zur
Verfügung stehen, dann macht ihnen der Raumwechsel nichts aus.
Die Kinder toben nicht unbeaufsichtigt in den 5 min Pausen, haben durch die
häufigen Raumwechsel Bewegung, die Klassenräume sind sauberer und schöner
geworden (Bilder an der Wand), die Lehrer fühlen sich für die Räume zuständig

16.05.2007
Am vergangenen Donnerstag habe ich im Rahmen eines Bezirksgruppentreffens der Landeselternschaft (LERS)
die Geschwister-Scholl- Realschule in Herford besucht. Hauptthema war das dort seit einem Jahr praktizierte Lehrerraumprinzip.

Der Konrektor berichtete ausführlich über das neue System:

Alle Lehrkräfte sind mit dem neuen System sehr zufrieden, keiner möchte zum alten
System zurück. Die Qualität des Unterrichts hat sich deutlich verbessert.

1.
Der Unterricht beginnt pünktlich und entspannt,
weil die Lehrkräfte nicht mehr vollgepackt mit Büchern und Medien durch das
Schulgebäude hetzen müssen. Projektoren, Videorekorder usw. müssen nicht mehr
hin- und hergefahren werden, die Lehrkräfte kennen sich mit den Geräten in ihrem
Raum aus.

2.
Es entsteht eine fachanregende Lernatmosphäre,
wenn der Raum mit passenden Farben, Karten, Bildern, Kunstwerken usw.
ausgestattet ist.

3.
Die elektronischen Medien funktionieren fast immer,
weil sich jeder Lehrer um die Geräte in seinem Raum kümmert.

4.
Das Ranzengewicht wird deutlich reduziert,
weil Klassensätze mit Fachbüchern in den Räumen vorhanden sind .

5. Die Schüler haben mehr Bewegung,
weil sie nach jeder Unterrichtsstunde den Raum wechseln müssen.

6.
Unfälle, Diebstähle und Zerstörungen sind deutlich zurückgegangen,
weil die Kinder in den 5-Minuten Pausen nicht ohne Aufsicht in einem Raum sind.

7. Die Klassen sind deutlich sauberer geworden.

Er berichtete weiterhin, dass die "Wanderbewegungen" der Schüler völlig
problemlos verlaufen, auch die Fünftklässer hatten keine Startschwierigkeiten.
Teilweise sehen die Schüler den Raum des Klassenlehrers als "ihren Raum" an.

Die Schüler können einen Aufbewahrungsschrank mieten.

Für die Raumvergabe wurde im Lehrerzimmer ein Gebäudeplan ausgehängt,
in den die Lehrer ihren Wunschraum eintragen konnten, auch dabei gab es keine
Schwierigkeiten.

Einige Lehrer haben sich in Eigeninitiative um einen Neuanstrich ihres Raumes oder
die Beschaffung von geeigneten Möbeln (teilweise aus privaten Beständen)
gekümmert.

Fazit: Kleine Änderung, große Wirkung

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Links zum Thema Fachraumsystem:

Realschule Nottuln - Probelauf für Fachraumsystem Schuljahr 2006/2007
http://www.liebfrauenschule-rs-nottuln.de/themen/schulprofil/fachraumsystem/fachraumsystem.php

Realschule Haag, Bayern
http://rs-haag.de/ak_joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=34&Itemid=48

die Schüler scheinen anfangs noch nicht so begeistert zu sein :
http://www.realschule-meschede.de/Lehrerraumprinzip.htm