www.SchwereRanzen.de     aktualisiert 02.10.2007

   

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Überlegungen zur arbeitsmedizinischen Sicht :                          Gesetzestexte

(von Norbert Specht    web: http://www.elternundschule.de    Mail: info@itbspecht.de)
 

Zusammenfassung:

- Es besteht eine deutliche Diskrepanz in Qualität und Quantität von Schutzvorschriften bezüglich des Hebens von
  Lasten in der Arbeitswelt und für Schulkinder.

- Die bestehende Empfehlung zur Begrenzung des Maximalgewichts von Schulranzen ist wissenschaftlich nicht
  ausreichend begründet.

- Zunächst sollte aufgrund der für eine differenzierte Regelung noch nicht ausreichenden wissenschaftlichen Erforschung
  des Themas ein Maximalgewicht von 15%, statt bisher 10% des Körpergewichts als Höchstgewicht der Schulranzen
  für alle Kinder verbindlich* in *anspruchsbegründender* Weise festgelegt werden.

- Eine Studie zur Belastbarkeit des Muskel-Skelett-Systems von Kindern ist anzufertigen mit dem Ziel der Entwicklung
  einer der Leitmerkmalmethode 1) angenäherten Methode zur Beurteilung der Zumutbarkeit der zu tragenden Lasten
  bei Kindern unter Berücksichtigung der persönlichen Gegebenheiten (Belastbarkeit/Schulweg/Wegezeiten)

      1) Leitmerkmalmethode: Handlungsanleitung zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen beim Heben und
          Tragen von Lasten, vom Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) veröffentlicht.

 

 

 Argumentationslinie -  zur Diskussion

Je mehr ich in das Thema einsteige, desto klarer sehe ich die Diskrepanz in
Qualität und Quantität zwischen den Schutzregelungen für erwachsene
Arbeitnehmer und Schulkinder. Während in der Arbeitswelt dutzende von
gesetzlichen Vorschriften und Richtlinien scheinbar jede Kleinigkeit regeln,
gibt es für Kinder, zumindest was die Sicherheit in der Schule anbelangt,
kaum ähnliche Regelungen. In Bezug auf unser Thema "Schwere Ranzen" heisst
das:

Wieso werden muskelbepackte Hünen beim Heben von Lasten am Arbeitsplatz
besser geschützt als Kinder, die ihre Ranzen täglich in die Schule schleppen
müssen, egal wie weit, egal wie schwer?

Es ist schon traurig zu sehen, dass die ominösen 10%, auf die von allen
beteiligten Stellen immer wieder hingewiesen wird, keinerlei
wissenschaftliche Begründung haben.
  - Können Kinder auf Dauer so stark belastet werden?
  - Können Sie vielleicht sogar mehr tragen?

Der Skandal ist:
Wir wissen es nicht! Die Politik wird zugeben müssen, dass das Beste was Sie
zu dem Thema zu sagen hat, hohles Nachgeplapper eines wissenschaftlich
ungesicherten Nachsatzes in einer DIN-Norm ist. Wir wissen lediglich aus
Studien, dass Kinder, die regelmäßig mehr als 10% des Körpergewichtes per
Ranzen durch die Gegend schleppen, tendentiell mehr über Rückenschmerzen
klagen.

Fazit:
Wir haben Regelungen für alles mögliche, und vielleicht werde ich mir hier
den Spaß erlauben einige der unsinnigsten Regelungen hier aufzuzählen, aber
ob Kinder nun regelmäßig bestimmte Lasten tragen können, das wissen wir
nicht. Ist es nicht ein Zeichen für das Versagen der Gesellschaft, wenn das
Balzverhalten der Sumpfschildkröten häufiger und fundierter untersucht wird,
als die gesundheitlichen Auswirkungen schwerer Schulranzen bei unseren
Kindern? Wir leisten uns völligen Unsinn in so vielen Bereichen, aber für
eine solche Studie soll kein Geld da sein?

Forderung:
Im Hinblick auf die fehlenden Schutzvorschriften sollte das Maximal-Gewicht
für Schultaschen auf zunächst 15% des Körpergewichts begrenzt werden. Bei
Überschreiten sollten die Schulen verpflichtet werden, durch
organisatorische Maßnahmen, wie etwa doppelte Büchersätze für die
betroffenen Kinder, die Überschreitungen abzustellen. Bei Überschreiten von
20% des Körpergewichts sollten die Eltern aufgefordert werden die Fälle an
die Ministerien zu melden, die über die unteren Schulbehörden Einfluss auf
die betreffenden Schulen nehmen.
Unabdingbar ist eine wissenschaftliche Untersuchung zu dem Thema mit dem
Ziel der Entwicklung ähnlicher Vorschriften wie in der Arbeitswelt. Vorbild
sollte dabei die Lastenhandhabungsverordnung sein und die zu deren
Ausführung entwickelte Leitmerkmalmethode, die erst eine differenzierte
Betrachtung ermöglicht.

      Lastenhandhabungsverordnung und Leitmerkmalmethode:
     http://www.radio-contra.de/downloads/lastenhandhabungsverordnung.pdf


      einfaches online-Berechnungsprogramm Leitmerkmalmethode
      http://www.massage.l-seifert.de/heben/arbeitsschutz.php
    


(Sie werden sich sicher fragen, warum ich mit der Angabe von 15% den Kindern
mehr zumute als dies bisher der Fall ist. Es muss bedacht werden, dass diese
Vorschrift erstens wissenschaftlich nicht haltbar ist, und zweitens ohnehin
kaum beachtet wird. Durch die höhere Grenze von 15% erkaufe ich mir den
*konkreten* Anspruch des Kindes auf Entgegenkommen der Schule, wo bisher
höchstens ein bedauerndes Schulterklopfen zu erwarten war.)



->  Diskussion  im Forum "Schwere Ranzen"     http://www.elternundschule.de

->  hier Gesetzestexte
    
  Kinderarbeitsschutzverordnung
       Jugendarbeitsschutzgesetz

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